Fundstück Nr. 21 – Sofa mit Ausblick

Hallenhaus in Schaafhausen

Eigentlich unspektakulär: ein niederdeutsches Hallenhaus an der Bundesstraße

Heute bin ich in Schaafhausen bei Dannenberg über dieses Hallenhaus gestolpert. Seine „Gröt Dör“, das frühere Dielentor, ist mit einem großen Fenster versehen. Wie kriegen es die Bewohner solcher Häuser eigenlich hin, den Ausblick aus dem großen Dielenfenster zu genießen – und sich nicht wie auf dem Präsentierteller zu fühlen, weil ihnen umgekehrt jeder Nachbar und jeder Passant (so wie ich) neugierig ins Wohnzimmer glotzen kann? Die Bewohner dieses Hauses in Schaafhausen haben eine Variante gewählt, die ich heute so zum ersten Mal gesehen habe.

Was ist das da im oberen Teil des Fensters?

Im unteren Teil des Fensters sorgt ein Vorhang für die nötige Privatheit. Im oberen Teil des Fensters ist von draußen ein gemütliches Sofa zu erkennen, das den Bewohnern des Hauses den Ausblick auf das Treiben an und auf der Straße ermöglicht. Ist es ein Podest, auf dem das Sofa steht? Eine Zwischendecke?

 

Sofa mit Ausblick

Es sieht gemütlich aus. Mir gefällt’s.

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Fundstück Nr. 20 – Steinmännchen im Wendland

Steinmännchen

Steinmännchen am Hohen Mechtin

Wegmarkierung oder Schutz vor wendländischen Naturgeistern? Dieses Steinmännchen säumt zusammen mit vielen seiner Brüder und Schwestern den Wanderweg von Spranz nahe Zernien zum Aussichtsturm auf den Hohen Mechtin.

Noch mehr Steinmännchen

Noch mehr Steinmännchen

Seit letzten Freitag ist der neue Aussichtssturm auf dem „Hohen Mechtin“, mit 142 Meter über NN die höchste Erhebung im Wendland, wieder für Besucher freigegeben – auch wenn die offizielle Eröffnung durch den Naturpark Elbhöhen-Wendland erst im Laufe des Juli stattfinden soll.

Steinmännchen mit Buddha-Lächeln

Mein Liebling: ein Steinmännchen mit freundlichem Buddha-Lächeln

Der Hohe Mechtin liegt etwa im Zentrum des Höhenzugs Drawehn, der vom Südrand der Elbtalaue bei Neu Darchau ca. 40 Kilometer gen Süden reicht. Generationen von Grundschulkindern aus Prisser und umzu müssen im Laufe ihrer Grundschuljahre irgendwann auf diesen Hügel hinaufgescheucht worden sein. Ich bin eines von ihnen.

„Drawehn“ kommt aus dem Slawischen und meint soviel wie „Holzland“ oder „Waldland“. Vom neuen Aussichtsturm aus erkennt man warum.

Der Drawehn: bewaldetes Grün in alle Himmelsrichtungen

Der Drawehn: bewaldetes Grün in alle Himmelsrichtungen

Die etwa 2 Kilometer Strecke von Spranz zum Aussichtsturm auf dem Hohen Mechtin eignen sich für einen entspannten Feierabend-Spaziergang. Erst auf den letzten 100 Metern (oder so) wird der Weg etwas steiler – bis dahin führt er entspannt durch Felder und durch eine hügelige Waldlandschaft…

Wegweiser  am Parkplatz des Naturparks Elbhöhen-Wendland in Spranz

Wegweiser am Parkplatz des Naturparks Elbhöhen-Wendland in Spranz

…vorbei an diesem seltsamen Bach aus Astwerk…

Ein Bach aus Zweigen

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…und diesem eindrucksvollen Riesenfindling…

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Ausblick: Am Horizont ist der Thurauer Funkturm zu erkennen

Ausblick: Am Horizont ist der Fernmeldeturm bei Prepow zu erkennen. Zu Zeiten der deutschen Teilung stellte er eine der wichtigsten Richtfunkstrecken zwischen der Bundesrepublik und Berlin sicher.

Ein X kennzeichnet den Weg

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…und verlaufen kann man sich auch nicht. Ein „x“ kennzeichnet den Wanderweg.

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Fundstück Nr. 19

Die Fahrradsaison ist geöffnet!

Die Fahrradsaison ist geöffnet! – zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

Morgen ist der 1. März – meteorologischer Frühlingsbeginn! Bevor ich mich zum traditionellen Anradeln in den Sattel schwingen kann, wartet aber wohl noch etwas Arbeit auf mich…

Okay. Nein. Das ist nicht mein Fahrrad, das hier an einer Wäschestange in einem Hinterhof lehnt. Dies ist ein Fundstück von heute vormittag am Ostbahnhof Dannenberg.

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Fundstück Nr. 18

Merchandising Dannenberg

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Zuhause. Wo man Merchandising mit Schnupftabaksdosen und Fingerhüten macht. Strangely in love. Dannenberg. Wendland.

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Fundstück Nr. 17 – Tourismusarchäologie im Wendland

Wanderkarte Dannenberg West

Vergessen abzuschrauben? Infotafel mit der historischen „Wanderkarte Dannenberg/West Karwitz“

Ich begründe hiermit die neue Disziplin der „Tourismusarchäologie“: Selten, aber manchmal eben doch noch, finden sich in der Landschaft verwitterte, bemooste, oft völlig unleserliche Relikte früherer Tourismusaktivitäten.

Als Tourismus noch “Fremdenverkehr” hieß, bis irgendwann in den 1980er Jahren, führten Wanderwege im Wendland offensichtlich auch gerne einmal durch reine Wohnsiedlungen. Dieses verwitterte Relikt mit der abblätternden „Wanderkarte Dannenberg / West Karwitz“ steht bis dato am Dannenberger Schützenhaus.

Am Schützenhaus Dannenberg

Am Schützenhaus Dannenberg, rechts im Bild das Fundstück in der Rückansicht

Der Ortsteil “Dannenberg West” ist eine reine Wohngegend. Und auch die Orte bzw. Ortsteile Karwitz, Thunpadel, Lebbien oder Prisser zählen heute nicht mehr zu den touristischen Highlights. Wahrscheinlich, nein, mit Sicherheit taten sie das nie. Und doch liegen sie an in der Karte eigens ausgewiesenen Wanderwegen.

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Die Wanderwege (rot gepunktet dargestellt) dieser Karte führen den Wanderer durch reine Wohnstraßen aus den 1970ern, vorbei am jüdischen Friedhof Prisser (der heute in keiner Wander- oder Radwanderkarte der Elbtalaue-Wendland Touristik mehr auftaucht), vorbei am (heute touristisch ebenfalls völlig vergessenen) Naturschutzgebiet “Maujahn” und über weite Strecken durch die unfassbar nichtssagende Feldmark zwischen Schmarsau und Streetz. Immerhin: Am Streetzer Berg an der B 216 findet sich der (mickrige) Streetzer Aussichtsturm – der im Netz bis heute irgendwo als „Natursehenswürdigkeit“ ausgewiesen wird. Aber auch er stammt noch aus einer Zeit, als für den Tourismus resp. Fremdenverkehr viel (zu viel?) Geld über war. Und aus einer Zeit, als die Grenze des Naturparks (dick grau schraffiert) westlich von Dannenberg in Nord-Süd-Richtung verlief. Von wann ist diese Karte?

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Tourismus im Wandel der Zeit. Aus heutiger Sicht seltsam fremd. Ich wüsste gern mehr darüber.

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