I’m walking… – Festival Walk der Sommerlichen Musiktage 2013 in Hitzacker

…yes, indeed I’m walking.

Zusammen mit einer lieben Kollegen war ich heute zum ersten Mal beim „Festival Walk“ der Sommerlichen Musiktage, „Raus aus dem Konzertsaal, rein ins Abenteuer“ lautete das Motto. Ein gut organisiertes Abenteuer, wie ich im Laufe des Tages feststellen konnte. Und das war sicher auch nötig. Denn außer mir und meiner Begleiterin hatten sich 298 weitere Menschen für diesen Event anzumeldet. Treffpunkt: 10 Uhr, Rathausmarkt, Hitzacker.

Mir schwanten exodus-ähnliche Zustände (Exodus – das war damals, als Moses die Israeliten aus Ägypten herausführte und unterwegs mal eben ein Meer teilte). Instinktiv hielt ich nach einer Art Moses-Gestalt Ausschau, nach einer fähigen Führungskraft, die uns, diese Herde von Kulturgenuss-Hungrigen, sicher durch die engen Straßen von Hitzackers Stadtinsel geleiten würde.  Stattdessen sah ich nur eine enorme Menge an gutgelaunten und sehr entspannten Menschen, viele Silberlocken, viele Hutträger. Und wir mittendrin. Irgendwann setzte sich unsere Herde wie von Geisterhand und gleichbleibend entspannt in Bewegung und zog vom Marktplatz zum Hiddosteg und hinauf in den Kneipp-Kurgarten.

Erste Station des Festival Walks: der Kneipp-Kurgarten

Dort erzählte Kay Lorenz von der „Waldeinsamkeit“ und die Sopranistin Ania Vegry zeigte ihr Können – aber weder das eine noch andere konnte mich begeistern. Er zu naiv fabulierend, sie gesanglich zweifellos großartig, aber trotzdem verstand ich nicht, was sie – singend-lachend-gurgelnd – da eigentlich tat. Ich bin eine Banausin. Es hat keinen Sinn, es abzustreiten. Dankenswerterweise überwogen bei dieser Veranstaltung die Nicht-Banausen, die beiden Darbietungen ausführlich Beifall zollten.

Ich ließ mich stattdessen nach hinten auf den Rücken ins Gras fallen und genoß einen der herrlichsten Klänge des Sommers überhaupt: das Rauschen des Blattwerks der Bäume über mir. Das sympathische kurze Grusswort von Prof. Johannes Prüter, Geschäftsführer der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue, traf da genau meinen Nerv: „Beim Festival Walk ist die Landschaft mehr als nur Kulisse“, sagte er. „Genau!“ wollte ich ihm zurufen, „sie spielt hier nämlich die Hauptrolle!“

Mit dem Bus ging’s weiter zur nächsten Station: dem Kniepenberg. Im Schatten der hohen Bäume waren Tische und Bänke aufgestellt, Wasserflaschen für die Dürstenden standen bereit, Suppen für die Hungernden. Die meisten zog es zunächst einmal jedoch auf die Hauptattraktion des Bergs: den hölzernen Aussichtsturm, der einen wunderbaren Blick über die Baumwipfel hinweg über die Elbe bietet. Immer wieder schön. Oder wie es auf der Seite Natur erleben in Niedersachsen über den Aussichtsturm heißt: „Nur Fliegen ist schöner.“

Elbe von oben

Per Pedes weiter nach Drethem: ein bißchen bergauf und bergab durch den Wald.

We walk the line.

Dort auf dem großzügen Gartengrundstück von Familie Schulz-Sandhof gab es mein persönliches musikalisches Highlight des Tages (gleich nach dem weiter oben erwähnten Blätterrauschen): ein Auftritt der A-capella-Truppe Ensemble quartonal, vier ehemaligen Chorknaben aus Uetersen.

Ensemble Quartonal

Mit dem folgenden Lied hätten sie mich in aller Öffentlichkeit fast in den Schlaf gesungen… Um Missverständnissen vorzubeugen: Dies spricht  für die vier.

Alle Bilder des Tages gibt es hier.

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