Nachgekocht: Wendländischer Kartoffelkuchen à la Meyer-Kirstein

Kartoffelkuchen-Zutatencheck: Habe ich alles da?

Mein erster Urlaubstag. Wenn ich schon nicht gen Süden reise, dann soll es zumindest eine Pizza zum Abendessen sein. Aber nicht irgendeine, sondern die Kartoffelpizza (im Original heißt das Rezept „Kartoffelkuchen“) aus dem Wendland Kochbuch von Karin Meyer-Kirstein aus der Edition Limosa, dem „Heimatbuchverlag“ mit Sitz im wendländischen Clenze.

Das Wendland Kochbuch steht schon seit rund einem Jahr ungenutzt in meinem überquellenden Kochbuch-Regal. Bis jetzt haben mich die Rezepte im Wendland Kochbuch nicht wirklich angelacht. Dazu kommen sie größtenteils zu schlicht daher. Und ich koche einfach zu ungern nach Rezept, um mich für Allerwelts-Rezepte durch eine Zubereitungsanweisung zu hangeln. Nicht zuletzt irrititerte mich die inflationäre Verwendung von Schmelzkäse in vielen der Gerichte. Was ist das? Typisch 70er-Jahre-Küche? Oder „typisch Landfrauenküche“, wie Kollegin S. meint? Keine Ahnung.

Nachdem jedoch die Elbtalaue-Wendland Touristik den Kartoffelkuchen auf ihrer Internetseite als „Rezepttipp Sommer“ präsentiert, wollte ich Karin Meyer-Kirstein und ihrem Wendland Kochbuch mal eine Chance geben.

Kartoffelig ist am Kartoffelkuchen im übrigen nur der Teig. Ein einfacher Hefeteig (225 ml erwärmte Milch, 1 Beutel Trockenhefe, 400 g Mehl, 3-4 Esslöffel Öl, Salz) wird durch durchgedrückte Pellkartoffeln (300 g) ergänzt. Statt mit einer Kartoffelpresse habe ich die Pellkartoffeln für den Teig von Hand „zermanscht“ – geht auch. Und die winzigen Kartoffelstückchen im ausgerollten Teig sehen irgendwie apart aus.

Teig-Ästhetik. Mir gefällt’s.

Aus 750 g Tomaten, 1 Zwiebel und zwei Knoblauchzehen und einer Handvoll frischem Basilikum eine Tomatens0ße kochen und diese auf dem auf einem Blech ausgerollten Teig verteilen. Ich habe das Rezept insofern abgewandelt, als ich nur etwa die Hälfte der Tomaten für das Zubereiten der Tomatensoße verwendet, die andere Hälfte roh in Scheiben auf die Pizza gelegt habe. Obendrauf kam bei mir gewürfelter Mozzarella. Noch ein paar Sprenkler Olivenöl drüber und ab in den Ofen. 25 Minuten bei 225 Grad.

Dinner is prepared.

Der Teig gelang sehr locker und luftig. Ob es an den Pellkartoffeln lag oder am verwendeten Dinkelmehl oder einfach an meiner herausragenden Knetkompetenz, bleibt offen. Das Rezept ist unspektakulär, aber lecker und der Kartoffel-Hefeteig kommt bei nächster Gelegenheit sicher noch einmal zum Einsatz. Dann vielleicht in einer süßen Variante mit Zwetschgen?

Das Rezept für den Kartoffelkuchen gibt’s im Buch auf Seite 138 oder auf der Homepage der Elbtalaue-Wendland Touristik hier.

Noch einmal grundsätzlich zum Wendland Kochbuch: Wer wenig Kocherfahrung hat und/oder gern nach Rezept kocht, wer alltagstaugliche Rezepte für das ganze Jahr und jede Gelegenheit sucht und sich an dem oben erwähnten Schmelzkäse-Phänomen nicht stört, ist mit dem Wendland Kochbuch gut bedient. Für Kochanfänger ist das Buch auch insofern gut geeignet als Karin Meyer-Kirstein im Anhang viele Begriffe und gebräuchliche Maße kurz erläutert.  Im Rezeptteil gibt sie in der Rubrik „Das empfiehlt die Köchin“ viele zusätzliche Tipps und Kniffe.

Neben den Rezepten finden sich im Wendland Kochbuch zahlreiche Fotos aus der Region und „Gastautoren“ schreiben kurzweilig beispielsweise über „Slachteköst up’n Dörp“ (Dietrich Mozen), das „Historische Wendland“ (Wolfgang Jürries) oder „Braukunst im Wendland“ (Mathias Edler) – um nur einige zu nennen.

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